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From: "Siegfried Rambaum" <>
Subject: Re: Halbschiede
Date: Thu, 07 Mar 2002 21:52:20 -0500
References: <a5ue17$aeeuq$1@ID-25674.news.dfncis.de>


>> wieditzum

Wie wäre es mit mittelhochdeutsch "widerdi(t)" = Widerhall, Entgegnung

Und weil Rechtschreiberegeln damals noch nicht in Mode, kann das Ganze
auch als Widerditz geschrieben werden. U und m am Ende könnten das Re-
sultat von Juristen-Möchtegern-Latein sein.

Eine andere, und im Zusammenhang mit einer Erbauseinandersetzung (das
"handschriftlich" darf Dich nicht wundern, Schreibmaschinen gab es halt
erst seit Anfang des 20ten Jahrhunderts)...


Alternative und sehr viel plausiblere Möglichkeit:

Es sind zwei Worte "wie dictum".

Dictum bezieht sich in alter Rechtssprache auf den Teil einer Gerichts-
entscheidung, in dem das Gericht geltendes Recht auf einen Sachverhalt
anwendet. Heute nennt den Teil "Begründung" oder "Aus den Gründen". Da
das dictum der eigentliche Kern eines Urteils ist, könnte durchaus
vorstellbar sein, daß das Wort regional im Sinne des Worts "Urteil" ge-
braucht wurde. Oder ein Jurist wollte einen anderen damit beeindrucken,
daß er den lateinischen Ausdruck kannte. Da Du nicht den Charakter des
Dokuments (Urteil? Klage? Entgegnung? Schriftsatz an die Gegenpartei?
Schriftsatz für das Gericht? ....) angabst, könnte vieles möglich sein.


Schau Dir Deinen Text noch mal an. Kommt ein Bezug auf den Prozeßgegner,
dann ist die "Einrede" oder "Entgegnung" plausibel. Folgt eine Bezugnah-
me auf ein Urteil oder den Tenor einer Entscheidung eines Gerichts oder
Amtes mit judikativen Vollmachten, dann erscheint das "wie dictum" als
die plausiblere Alternative.

Rausfinden, was besser paßt, mußt Du schon selbst, denn aus zwei allein-
stehenden Worten können Außenstehende nicht auf Kontext und Charakter des
Dokuments schließen, und können mithin nicht für Dich entscheiden, welche
der beiden Möglichkeiten passen könnte. Möglicherweise verbirgt sich hin-
ter dem wieditzum sogar noch etwas ganz anderes. Ohne den Textzusammen-
hang, in dem das Wort auftauchte, kann das niemand wirklich entscheiden.


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